Im Wahlkreis unterwegs

Kürzlich besuchte Landtagsabgeordneter Philipp Weltzien die Schuderbachwiese in Oberhof. Grund dafür war eine Petition von Franz Elschner von der NABU, welcher verhindern möchte, dass die Wiese durch einen wirtschaftlich und spielerisch unrentablen Golfplatz ersetzt werden soll. Die 8,5 Hektar große Borstgraswiese in 900 Metern Höhe beherbergt circa 150 verschiedene Pflanzen und Pilzarten, von welchen 46 auf der roten Liste stehen. Für diesen Bau müssten noch ca. 10-15 Hektar zusätzlich an Wald gerodet werden. Dies würde vor allem die Artenvielfalt des Biotops, welche auf dieser Wiese wachsen und gedeihen, zerstören. Diese Wiese sei „eine der wertvollsten Wiesen“, sagt der Deutschland-Chef des Naturschutzbundes (NABU), Jörg-Andreas Krüger. Franz Elschner und viele andere nicht nur ortsansässige Umweltvereine appellierten abschließend nochmals an den NABU Chef Jörg-Andreas Krüger, sich bitte für diese wundervolle Wiese einzusetzen.

 

 „Es ist die falsche Sportart an der falschen Stelle“, bezog der Abgeordnete der Linken im Landtag, Philipp Weltzien, klar Position. Als Mitglied im Petitionsausschuss des Landtages hat er die Anhörung
der Naturschützer im Juli vergangenen Jahres miterlebt. Sie habe vielen
Abgeordneten die Augen geöffnet.
„In den Köpfen der LEG-Mitarbeiter ist das aber noch nicht angekommen“, meinte Philipp. Dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist liege daran, dass der Ausschuss nicht Herr des Verfahrens sei und seine Zuständigkeit eher auf einer abstrakten Ebene liege. Planungsrecht gehöre in den Aufgabenbereich der kommunalen
Selbstverwaltung. Einen Interessenten, der das Areal nutzen möchte,
könne die Stadt Oberhof nicht unbegründet abweisen, da ein alter, aber
gültiger Bebauungsplan auf dem Gelände liege. Was die Golfplatz-Plä-
ne deutlich behindern würde, wären hingegen negative Stellungnahmen
der Unteren und Oberen Naturschutzbehörden. „Dann hätte die
Stadt etwas in der Hand“, sagt Philipp Weltzien. Diese Ausführungen
wiederum lägen aber noch nicht vor. Im Anschluss könne dann die Möglichkeit ergriffen werden, in einem persönlichen Gespräch mit der LEG das Projekt rund um das historische Hickory-Golfen endgültig zu begraben, nennt der Landtagsabgeordnete nächste mögliche Schritte.

 

Im Anschluss bot sich Philipp dann noch die Möglichkeit, sich über aktuelle Projekte des NABU in Zella-Mehlis zu informieren. Gemeinsam mit Franz Elschner, Hartmut Kempf sowie Lena und Anja Zimmermann nahm er die Streuobstwiese in der Rodebachstraße mit seltenen alten Obstsorten und das angrenzende Feuchtbiotop in Augenschein. Hier hatte der NABU in vielen ehrenamtlichen Stunden ein Kleinod geschaffen, das nicht mal 3 Minuten Fußweg von der dichten Wohnsiedlung entfernt ist.

Nachdem sich die Teilnehmer im Jugendzimmer der NAJU über vergangene und geplante Jugendprojekte ausgetauscht hatten, endete der Tag mit der Besichtigung einer instand gesetzten Fledermaushöhle in der Talstraße. Früher als Stollen, später als Bunker genutzt, bietet das alte Gemäuer heute eine neue Heimat für zahlreiche einheimische Fledermäuse. Dem Einsatz des NABU ist es zu verdanken, dass die Höhle von Unrat befreit wurde und ein neues einbruchssicheres Tor die Fledermäuse vor feierwütigen menschlichen Gästen bewahrt. Franz Elschner erläuterte Philipp die weiteren Pläne, welche vorsehen, auch das andere Ende frei zu legen und die mehreren Kubikmeter Müll zu entfernen. Damit aus der Fledermaushöhle ein Fledermaustunnel werden kann wird noch einiges an Arbeit auf die vielen hochmotivierten Ehrenamtler des NABU zukommen. Für die nötigen finanziellen Mittel sagte Philipp Unterstützung zu.

Philipp bedankt sich bei den vielen Freiwilligen, die in den Umweltvereinen immer wieder großartige Projekte entwickeln und umsetzen, damit unsere Region jeden Tag ein bisschen grüner wird.