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Katharina König-Preuss

Keine Plattform für antisemitische Ressentiments beim Rudolstadt-Festival

Anlässlich des am Donnerstag beginnenden Rudolstadt-Festival hat sich Katharina König-Preuss, Sprecherin für Antifaschismus und Antirassismus der Fraktion DIE LINKE und Vorsitzende des Freundeskreis Israel im Thüringer Landtag, mit einem Brief an die Veranstalter:innen gewandt: „Dass gerade anlässlich des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine, der zugleich einen Angriff auf demokratische Werte darstellt, das Rudolstadt-Festival mit der Einladung der Band ‚Pussy Riot‘ seinen weltoffenen Charakter unterstreicht und ein deutliches Signal aussendet, ist erfreulich.

Gleichwohl fehlt es an einer solch klaren Positionierung an anderer Stelle, wenn mit dem geplanten Auftritt der Band „47 Soul“ eine Bühne für eine Band geboten wird, die durch eigene Äußerungen antisemitischen Stereotypen Vorschub geleistet hat und den Staat Israels dämonisiert. Die Band „47 Soul" setzt die israelische Politik mit dem Holocaust gleich und widerspricht damit nicht nur den Werten, denen sich auch das Festival verschrieben hat, sondern auch dem Landtagsbeschluss ‚Antisemitismus in Thüringen konsequent bekämpfen‘ (Drs. 6/5886). Ich appelliere daher an die Veranstalter:innen, den Auftritt der Band abzusagen.“

Die Abgeordnete verweist darauf, dass die Band selbst öffentlich antisemitische Aussagen über Israel und den Nahostkonflikt verbreitet hat, bspw. in einem Interview mit der Tageszeitung taz aus dem Jahr 2018, in dem der Sänger der Band behauptete, dass vor der Staatsgründung Israels „Palästina [...] ein offenes Land, in dem Christen, Muslime und Juden friedlich miteinander lebten“ war und damit das Massaker von Hebron leugnete, bei dem 1929 insgesamt 67 Jüdinnen und Juden ermordet wurden aber auch weitere antisemitische Pogrome im damaligen Mandatsgebiet. Mit der Behauptung, Israel würde die Palästinenser:innen in einem „Konzentrationslager“ halten und sie so langsam töten, findet zudem eine unsägliche Gleichsetzung mit der Shoa statt. König-Preuss weiter: „Die Band fordert die „Freiheit Palästinas“, wie es auf der Website des Rudolstadt-Festivals heißt, meint damit aber eigentlich das.Ende der Existenz des israelischen Staates. Angesichts der Bedrohung durch Hamas, Hisbollah und den Iran würde das ein faktisches Ende jüdischen Lebens im Nahen Osten bedeuten. Das widerspricht dem Gedanken der Völkerverständigung, für die das Festival eintritt.“

König-Preuss verweist zudem darauf, dass die Band mit ihren Positionen die Grenzen zum Antisemitismus überschreitet, sowohl nach der Arbeitsdefinition Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) und dem 3D-Test des renommierten Antisemitismusforschers Nathan Sharansky als auch entsprechend des Beschlusses des Thüringer Landtags vom 22.06.2018, der alle Formen des Angriffs auf das Existenzrechts Israels verurteilt. Sie erhofft sich noch vor dem ursprünglich geplanten Auftritt am Freitag ein deutliches Zeichen aus dem Bereich der Kultur, insbesondere anlässlich der jüngsten Ereignisse auf der Documenta-Ausstellung. „Der Normalisierung von Antisemitismus auch im Kulturbereich, muss deutlich entgegengetreten werden", so die Abgeordnete.